Wir nähen Masken für Sie!

Hervorgehoben



Auch wenn unsere Gesellschaft in Zeiten der Corona Pandemievor viele Probleme gestellt ist, leidet nicht jeder gleichermaßen.Hier ist Solidarität und Zusammenhalt gefordert und kein Platz für Rassismus und Menschenfeindlichkeit. 
 
Zur Zeit nähe ich einfache Masken, wie sie bereits an vielen Orten verpflichtend sind und die Sie von uns – gegen eine kleine Spende erhalten können. Damit wollen wir ein Beitrag leisten uns und andere zu schützen, trotzdem müssen wir Abstand halten. 

Wenn Sie Masken brauchen, rufen Sie mich an:
06157/84470 oder schreiben Sie: rdreesen@gmx.net

Walter Renneisen liest Katzenelsen

 Arbeitskreis ehemalige Synagoge Pfungstadt e.V.

Stadt Pfungstadt – Evangelische Kirchengemeinden Pfungstadt, Eschollbrücken und Hahn – Katholische Kirchengemeinde Pfungstadt  – Friedrich-Ebert-Schule – Bunt ohne Braun im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Walter Renneisen liest

Jizchak Katzenelson:  

“Das Lied vom ausgerotteten jüdischen Volk“ 

Am Flügel: Ekaterina Kitàeva

Sonntag, 26.1.2020 um 17.00 Uhr

Synagoge Pfungstadt, Hillgasse 8

www.synagoge-pfungstadt.de

Kontakt: Renate Dreesen,1.Vorsitzende, Adam-Schwinn-Str. 49, 64319 Pfungstadt

Jizchak Katzenelson:  

Jizchak Katzenelson war ein jüdischer Lyrikerund Dramatiker, der auf Hebräischund Jiddischschrieb und als Begründer des neuhebräischenDramas gilt. Seine in einem Lager in Ostfrankreich versteckten letzten Dichtungen, die nach dem Krieg zum Teil ins Hebräische übersetzt wurden (Das Lied vom erschlagenen jüdischen Volk), sind einmalige, erschütternde Dokumente der jüdischen Leidenserfahrung, die Walter Renneisen in der Synagoge in Pfungstadt am Holocaustgedenktag vorträgt.

Jizchak Katzenelson wurde 1886 in der Nähe von Minsk als Sohn des  hebräischen Schriftstellers Jakob Benjamin Katzenelson geboren. Seit 1911 veröffentlichte Jizchak Katzenelson, der bereits im Alter von 13 Jahren Lieder zu schreiben begonnen hatte, Theaterstücke in Hebräisch und Jiddisch. Sein Drama Anu chajim umetim („Wir leben und sterben“) war das erste in hebräischer Sprache des Moskauer Theaters Habima.

Katzenelson war kämpfte im Warschauer Ghetto Aufstand, der am 19. April 1943 begann. Um sein Leben zu retten, verschaffte ihm das Kommando der jüdischen Kampforganisation gefälschte  Papiere und schleuste ihn in den „arischen Teil“ von Warschau, wo er, wie viele andere, vergeblich hoffte in die Freiheit zu gelangen. 

Stattdessen kam er in ein Sonder-KZ nach Vittel am Rande der Vogesen. Dort schrieb er auch sein Lid funm ojsgehargetn jidischen folk (Fertigstellung des Manuskripts am 17. Januar 1944). Das Manuskript vergrub er, in Flaschen verpackt, gemeinsam mit der Mitgefangenen Miriam Novitch, die überlebte, unter einem Baum. Das Lager wurde dann am 12. September 1944 von den Alliierten befreit. 

Eine Kopie des Manuskripts wurde, in einen Koffergriff eingenäht, durch eine Lagerkameradin, der er es übergeben hatte, 1944 nach Palästina geschmuggelt. Beide Exemplare sind erhalten geblieben.

Ende April 1944 wurde Katzenelson mit seinem siebzehnjährigen Sohn Zwi im „Konvoi 72“ nach Auschwitz deportiert, wo sie am 1. oder 3. Mai 1944 vergast wurden. Zuvor hatte er in Vittel seinen alten Freund aus früheren Lodzer Tagen, Dr. Nathan Eck (gest. Tel Aviv 22. Februar 1982), wiedergetroffen, der ebenfalls im April 1944 von Vittel nach Auschwitz deportiert werden sollte, dem es aber gelungen war, vom Zug abzuspringen und nach Paris zu entkommen. 

Im Februar 1945, noch vor Ende des Krieges, gab er Katzenelsons Werk Dos Lid … im jiddischen Original in Paris heraus. Nathan Eck hatte Katzenelson in Vittel versprechen müssen, Dos Lid … herauszugeben, sollte der Dichter den Krieg nicht überleben.

Hermann Adlerübertrug 1951 Das Lied vom letzten Juden ins Deutsche. So erschien der Text zum ersten Mal in Deutschland.

1994 übersetzte Wolf Biermannmit Hilfe von Arno Lustiger den Text erneut: Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk.

Katzenelsen schrieb seine ergreifenden Verse  in 15 Gesängen im KZ Vittel, der Text ist schwer zu lesen, schwer zu ertragen, aber unvergleichlich. Seine Verse werden lebendig durch  Walter Renneisen.

1. Lied

Sing. Nimm die hohle, ausgehöhlte Harfe. 

Qual Durchpulst die dünnen Saiten. 

Wirf die Finger, bang, Wie Herzen schwer, auf sie. 

Dann- sing ein letztes Mal.

Sing, sing! Europas letzten Juden sing den Grabgesang.

Wie kann ich singen, öffnen meinen Mund, der bebt? 

Allein bin ich. 

Sieh: ausgerottet hat der Tod Mein Volk.

Verdorrt ist meine Zunge. 

Furcht nur lebt in mir.

Die Fernen schluchzen. 

Unbeklagt klagt Not.

Begleitet werden die Gesänge des Katzenelsen durchdie wunderbare 

Ekaterina Kitàeva am Flügel.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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Verbrechen der Wehrmacht und „Entnazifizierung“

Ort: Historischer Schalender der Brauerei Pfungstadt

Zeit: 15.11.2019 Beginn: 19.00 Uhr, Eintritt frei

Hannes Heer und Renate Dreesen:

Verbrechen der Wehrmacht und „Entnazifizierung“

Im letzten Jahr haben wir das Buch „Die verfälschte Erinnerung. Das Leibgardisten-Denkmal in Darmstadt“ herausgegeben.[1]

Dem ältesten Infanterieregiment der Welt gehörte auchFritz Hildebrandt an. Er war von 1926 bis 1961 Geschäftsführer der Pfungstädter Brauerei. Inzwischen haben umfangreiche Recherche ein klares Bild ergeben. Fritz Hildebrandt und drei seiner fünf Brüder sind hochbelastet.Richard Hildebrandt stand in Nürnberg vor Gericht, wurde in Polen zum Tode verurteilt und gehängt. Fritz war sein Lieblingsbruder. 

Am Leibgardistendenkmal am Schlossgraben kommen jedes Jahr zum Volkstrauertag Militärs zu einem Heldengedenken. Das Denkmal war zunächst nur den Gefallenen des 1. Weltkrieges gewidmet, wurde dann aber durch die Verbrechensorte des 2. Weltkrieges ergänzt. Das kann nicht unkommentiert so weiter bestehen. Deshalb bedarf es einer Erläuterung, dazu muss eine Tafel angebracht werden. Dazu haben wir die vorliegende Publikation erarbeitet und die Akten im Militärarchiv in Freiburg zu den Infanterie-Divisionen 79 und 263 (mit ihren Regimentern 226 und 485) sowie die Panzer-Grenadier-Division  15 (Regiment 115) durchforstet. Alle Einheiten waren an den Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1945 beteiligt, wie zahllose Dokumente belegen.

In Städten wie Kiew, Bjelgorod, Charkow, Stalingrad, Bialystok, Minsk und Smolensk, deren Namen in die Schlossgrabenmauer gemeißelt sind, wurde mit unermesslich viel Blut Geschichte geschrieben. Die Orte stehen für den zweiten deutschen Genozid an den slawischen Völkern: Hitlers Angriffskrieg gegen die Sowjetunion hatte Versklavung und Ausrottung zum Ziel: 30 Millionen Menschen – Rotarmisten und Zivilisten,  darunter auch 3 Millionen Juden – verloren ihr Leben. 

Italien war von Sommer 1943 bis zum Mai 1945 von deutschen Truppen besetzt. 50 000 italienische Soldaten verloren bei der Entwaffnung oder als Zwangsarbeiter in Deutschland ihr Leben. 80 000 Menschen wurden zu Opfern von Kampfhandlungen oder Massakern im Krieg gegen die Partisanen – 10 000 davon waren alte Männer,  Frauen und Kinder. Als für die „Bandenbekämpfung“ zuständiger Stabsoffizier des LXXVI. Panzerkorps war Fritz Hildebrandt daran beteiligt

Kontakt: 

Renate Dreesen, Adam-Schwinn-Str.49, 64319 Pfungstadt, 

Tel: 06157/84470, rdreesen@gmx.net


[1]Die verfälschte Erinnerung. Das Leibgardisten-Denkmal in Darmstadt 

Hrsg. von Hannes Heer, Peter Behr und Renate Dreesen, Darmstadt 2018

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