Der Weg in die NS-Diktatur in Pfungstadt: Täter – Opfer – Mitläufer und Widerstand

Plakat-27.1.26


Die Veranstaltung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust beschäftigt sich in diesem Jahr nicht nur mit der Befreiung von Auschwitz, sondern stellt klar, dass der Holocaust nicht in Auschwitz begonnen hat.

Begonnen hat er schon vor 1933, wie die Arbeit von Arns deutlich zeigt, auch in Pfungstadt. Es hat damit begonnen, dass die Nazis immer mehr Zustimmung bekommen haben, Ausgrenzung und Antisemitismus, die Verfolgung der Gegner immer breiteren Boden gewann.

Im Zusammenhang mit der Vorstellung der Arbeit von David E. Arns bekamen wir die Mitgliedslisten der NSDAP und der SA. Kaum ein bekannter Name aus Pfungstadt fehlt.
Fast alle haben mitgemacht, wenige Widerstand geleistet.

Wenn wir uns ernsthaft mit der NS-Geschichte beschäftigen wollen, wie wir immer wieder in den Gedenkveranstaltungen versichern, sollten wir uns auch mit der Geschichte unserer eigenen Familie beschäftigen.

Auch das wird ein Thema des Gedenkens in diesem Jahr sein.

Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Barbara Will.

Dienstag, 27.1.2026 – Beginn 18.00Uhr
Synagoge Pfungstadt, Hillgasse 8

Renate Knigge-Tesche 10.3.1947 – 18.4.2025

Wir trauern um Renate Knigge-Tesche – eine langjährige Kämpferin für Demokratie und

prägende Gestalterin der Erinnerungskultur in Hessen. Sie war bis 2012 Leiterin des

Referats III der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Mit großer Kompetenz und

Engagement organisierte sie die jährlichen Gedenkstättentreffen sowie regelmäßige

Fahrten zu Gedenkorten im Herbst, in Deutschland, auch nach Polen, in die

Niederlande und nach Osterreich.

Jedes Frühjahr fanden dreitägige Seminare in Hessen statt zu verschiedenen

Themen zur NS-Zeit, hervorragend vorbereitet und mit ausgewiesenen

Expertinnen zu diesen Themen. Mehrseitige Literaturlisten und Materialen

dienten der Vorbereitung für die Teilnehmenden.

Frau Knigge-Tesche begleitete darüber hinaus Ruth L. David, Jüdin aus Fränkisch-

Crumbach, bei ihren Besuchen in Deutschland und organisierte Lesungen an

Schulen und anderen Orten. Sie übersetzte Ruth Davids Lebenserinnerungen

und publizierte die Briefwechsel mit Eltern und Familie.

Renate Knigge-Tesche unterstützte die Arbeit der Landesarbeitsgemeinschaft der

Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen, publizierte eine

Broschüre zu den Gedenkstätten und Erinnerungsorten und sorgte dafür

zusammen mit ihrem Mitarbeiter Joachim Heuer, der leider ebenfalls bereits

verstorben ist – für die Darstellung der Gedenkstätten auf der Internetseite der

Hessischen Landeszentrale.

Wir danken Renate Knigge-Tesche für ihre Unterstützung und ihr

Engagement und werden sie in ehrender Erinnerung behalten.